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Ausstellung 2011

 

Zu Urgrossvater's Zeiten

Tessiner Fotos um 1915

von Dante Demarchi

 

 

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Ausstellung 2010

 

Liebe Grüsse aus Moskau

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Galleria Còrt du Leòn, CH-6999 Astano

 

LIEBE GRÜSSE AUS MOSKAU

 


Postkarten als historische Quellen.

 

Seit den 1880er Jahren waren Ansichtskarten vermehrt im Umlauf.

Der Siegeszug des ersten globalen Bildmediums.

 

Vereinheitlichte Regelungen zu Format, Adressfeld und zum Platz für Mitteilungen sind seitdem über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg verständlich. Im Standardformat der Postkarte liess sich das Fremde, Bedrohliche, Faszinierende und exotische in vertraute Strukturen einfügen und unterwarf es gleichzeigtig einem europäischen Bildregime. Als frühe kulturindustrielle Massenware hatten Ansichtskarten somit eine Definitionsmacht über das „Sehenswerte“ und machten es – auch für Daheimgebliebene – konsumierbar. Dabei ist das Besondere am Bildmedium Postkarte der Inszenierungscharakter der Motive: Ansichtskarten können durchaus koloriert, retuschiert und montiert sein.

Mit dem Versand der Postkarten aus aller Herren Länder begann Ende des 19. Jahrhunderts auch die

Sammelleidenschaft. Die Karte war nicht nur ein Kommunikationsmittel, sondern liess Daheimgebliebene an der Ferne teilnehmen, indem die Bilder auf der Vorderseite zur „Lehnstuhlreise“ anregten: Die Karten machten die ferne Welt nah und sichtbar. Schliesslich wurde die Ansichtskarte zum Markenzeichen des Tourismus. Abgeschickte Karten beweisen seitdem die eigene Reise und berichten in Wort und Bild einem Publikum zuhause von den Erlebnissen in der Ferne. Denn üblicherweise können die Karten nur vor Ort gekauft werden, selbst wenn sie in einer fernen Stadt oder gar von einem französischen oder deutschen Unternehmen gefertigt worden waren, wie es bei den in dieser Ausstellung präsentierten Postkarten aus Russland oft der Fall gewesen ist. Durch den Kauf an einem Ort und das Abschicken der Karte von dort , erhält die seriell hergestellte Karte ihren Ortsbezug zurück.

Anfangs waren Postkarten allerdings noch kein ausschliesslich touristisches Medium. Oft dienten sie als „Bildergalerie der kleinen Leute“. Im 19. Jahrhundert ermöglichten die Karten weniger wohlhabenden  Menschen, sich ihre eigene Lebenswelt und andere Lebenswelten auch visuell anzueignen. Diese Funktion wurde mittlerweile durch die private Fotografie, durch Bildbände oder das Internet ergänzt.

Aus historischer Sicht ist es interessant, die Bildmotive der Karten über Zeit und Raum miteinander zu vergleichen. Dabei zeigt sich eine „Karriere von Motiven“ wie beispielsweise die sogenannten Typenbilder verschiedenster Kulturen, die es zeitgleich auch von Menschen ausserhalb Russlands gab. Aufstieg und Niedergang von Motiven sowie der Veränderungen in den Bildperspektiven sind auch Teil eines grösseren historischen Rahmens. Als visuelle Organisation der Umwelt prägen Ansichtskarten aktiv unser historisches Bild von Orten und Menschen einer bestimmten Zeit mit.

Im Kontext mit weiteren Quellen, etwa Reiseberichten, geben uns die Ansichten mittels eines kritischen Umgangs mit ihrer Inszeniertheit Auskunft über die vergangenen Lebenswelten der Gezeigten als auch der Zeigenden. Zudem machen die Botschaften der Schreiberinnen und Schreiber Postkarten zu einer einzigartigen historischen Quelle.

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 

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Esposizione 2011

 

Ai tempi dei bisnonni

Fotografie ticinesi degli anni 1915

di Dante Demarchi Astano,

e poesie dialettali di

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Esposizione 2010

 

Cari saluti dalla Russia

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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